Und jetzt?

Ich bin Albi und werde noch für eine Weile durch die Welt trampen. Auf dieser Website berichte ich über alles, was mir während der Reise widerfährt. Im Detail könnt ihr die Reisegeschichten hier nachlesen.

Seit 2 Jahren, 6 Monaten und 3 Tagen bin ich per Anhalter unterwegs. Ich bin mit Hanna zusammen von unserer Heimat in Norddeutschland bis zum wunderschönen Schottland getrampt. Über ein halbes Jahr (die kältere Hälfte) habe ich dort gegen Kost und Logis gearbeitet. Dann bin ich allein per Anhalter weiter zur spanischen Küste gereist und von dort aus mit verschiedenen Segelbooten bis in die Karibik mitgenommen worden. Mein nächstes großes Ziel ist es, nach Südamerika zu gelangen.

Ich versuche generell möglichst wenig Geld beim Reisen auszugeben. Dies hat mehrere Gründe:

Zum einen ermöglicht es mir, über einen längeren Zeitraum zu reisen. Und zum anderen öffnet diese Art des Reisens Türen, die bei Pauschalbuchungen und Flugreisen wahrscheinlich verschlossen blieben. Es ist unglaublich, wie viele gastfreundliche Menschen mir allein schon während des Trampens begegnet sind. Dieses bedingungslose Geben völlig fremder Menschen ist es, was mich ermutigt die Reise fortzusetzen und weitere Länder zu entdecken. Des Weiteren zwingt es einen dazu, sich langsam von einem Ort zum anderen fortzubewegen. So kann ich die tatsächlichen Entfernungen etwas realistischer erfahren und lande nicht nach 12 Stunden Flugzeit auf einem anderen Kontinent. Die Übergänge verschiedener Kulturen werden dadurch auch sichtbar, denn beim Trampen und Couchsurfen treffe ich meistens Einheimische, die mich den Ort durch ihre Augen sehen lassen.

Das Arbeiten nicht gegen Geld, sondern gegen einen Schlafplatz und drei Mahlzeiten pro Tag lässt mich wirklich über die Tätigkeiten selbst reflektieren. Es ist genial, welche Möglichkeiten man als Reisender bekommt, neue Fähigkeiten zu erlernen und dabei an den schönsten und/oder verlassensten Orten leben zu können. Erfüllt ein Job mich für einen längeren Zeitraum nicht mehr, kann ich die Idee dahinter nicht unterstützen oder nichts mehr lernen, was mich antreibt die Arbeit fortzusetzen, heißt es allerdings: Zelte abbrechen und weiter ziehen. Das kann natürlich manchmal auch ziemlich ermüdend sein, aber bisher hat es sich doch immer gelohnt, die Entscheidung getroffen zu haben.

Am liebsten würde ich hieraus eine Weltreise per Anhalter machen, aber ich weiß noch nicht, ob nicht irgendwann die Lust überwiegt, in die Heimat zurückzukehren und diese mit neuen Blicken wahrzunehmen. Sich niederzulassen, die Rastlosigkeit ruhen lassen, nicht Gast zu sein... Auch das gehört für mich zu einem erfüllten Leben.